Ja, wir machen auch Anwälte.

Bildhauer

“Machen Sie auch Anwälte?

Wir suchen dringend für München.”

 

Nun, direkt machen können wir die Anwälte leider nicht. Was unseren Kunden wohl gar nicht bewusst ist, denn als juristische Personalvermittlung machen wir ja schon seit vielen Jahren ReNos. Die Rechtanwalts- und Notarfachangestellten werden auch immer rarer am Markt. Aber das tangiert die Wirtschaftsanwälte nur am Rande.
Sie brauchen den Nachwuchs in den eigenen Reihen. Volljuristen m/w. Diesen kleinen Gleichstellungshinweis darf man in Zeiten von Diversity nicht vergessen. Also Männer und Frauen. Das muss man beim Machen der jungen Anwaltspersönlichkeiten nun also auch noch beachten. Das erschwert die Sache etwas.
Ansonsten sind sie alle aus einem Guss. Die Vorgaben sind eindeutig: „zwei Mal vollbefriedigend und Englisch“. Ein paar besonders gut gelungene Exemplare dekoriert man noch mit LL.M und Promotion, schickt sie übers Ausland wieder nach Deutschland und findet garantiert freudige Abnehmer. Bearbeitet und in Form gebracht werden sie dann eh von den Arbeitgebern.
Da wir das mit dem Machen leider nicht beherrschen, rekrutieren wir junge Anwälte und zeigen ihnen, was neben zwei Examen und im Ausland erworbenen Englischkenntnissen noch so zu einer Anwaltspersönlichkeit gehört und wie man sich selbst gut in Form bringt.

Wenn aus Jura-Soldaten nur Kanzlei-Soldaten werden, hat die Führung versagt.

Was J-COB uns hier rappend mitteilt, sollte uns eigentlich bewusst sein. Jurastudenten und junge Juristen sind auch junge Menschen. Sie bestehen aus Fleisch und Blut. Sie haben ein Herz und sie haben Verstand. Auch, wenn sie nur auf ihren Kopf reduziert werden – in diesem Wissensbusiness, in dem das Wort Kopfgeld durchaus eine tiefe Bedeutung hat.

So ganz kann ich mich mit dem Wort Jura-Soldat allerdings nicht anfreunden. Soldaten haben bei allem Drill immer eine Führung. Der Jura-Student zieht allein ins Gefecht. Wenn er nicht selbst zum Sturm bläst, wird er zwischen Feld, Wald und Wiese verrecken.

Ich bin gespannt auf J-Cop´s nächsten Song. Wenn aus Jura-Soldaten nun Kanzlei-Soldaten werden, dann gibt es in dieser Nachwuchsarmee offensichtlich ein ernsthaftes Führungsproblem. Man sollte in der Kanzleilandschaft mal über die Strategie der Nachwuchssicherung nachdenken. Taktisch klug wäre, die jungen Juristen zu fragen, denn die können die Dinge gut ansprechen, wie man hört.

Hier gehts zum Artikel auf LTO vom 06.03.2012

Ein Anwalt fördert eine Studentin. Eine Chance für den juristischen Nachwuchs.

Der namhafte Rechtsanwalt Dr. Roland Hoffmann-Theinert, Partner der Wirtschaftskanzlei Görg Rechtsanwälte, fördert das Studium einer Jurastudentin der Freien Universität Berlin. Die finanzielle Patenschaft läuft im Rahmen einer Initiative, die Bundesbildungsministerin Annette Schavan zur deutschlandweiten Studienfinanzierung 2011 ins Leben gerufen hat.
Leider hat sie nicht laut genug gerufen, denn bis zum  November 2011 gab es erst 5244 Deutschlandstipendiaten. Aber 9440 Stipendiaten hätten in den Genuss der monatlich 300.- Euro kommen können. Die Stipendien des Bundes sind allerdings zur Hälfte an einen privaten Spender gebunden. Die Hochschulen sollten dafür Sponsoren gewinnen. Firmen oder eben private Sponsoren, wie Rechtsanwalt Dr. Hoffmann-Theinert. Wer die Hochschullandschaft kennt, weiß, wie weit man dort von Sponsorenfeeling und Marketinggedanken entfernt ist. Das konnte so nicht funktionieren. Die selbst gebastelt anmutenden Plakate, die eher auf eine Antipickelwerbung schließen lassen, haben die Kampagne wohl endgültig in die Kategorie “Bildung-Bund-Beliebig” versenkt. Dabei konnte man damit werben, dass die Kosten steuerlich absetzbar sind. Trotzdem blieben ca. 7 Millionen Euro aus dem Bundesbildungsfördertopf ungenutzt. Dieses Jahr will man im nun noch einmal aufstocken, so dass 1% aller Studierenden in den Genuss des Stipendiums kommen können. Vorausgesetzt, sie haben nachweisbar gute Leistungen und zeigen soziales Engagement.Da eröffnen sich doch in mehrfacher Hinsicht hervorragende Chancen für die Wirtschaftskanzleien. Continue reading

Personal Assistant – persönliche Assistenz oder Personaler?

Englisch-deutsche Sprachverwirrungen bei der Jobsuche. Berufsbezeichnungen und Jobbeschreibungen klingen auf Englisch wohl besonders kompetent und haben so eine internationale Vorauswirkung. Und so platzieren sich die Heads, Executives, Consultants, Manager und unzählige Assistants in den Stellenportalen und Jobbörsen. Dort werden deutsche und englische Bezeichnungen bunt durchmischt und dann sorgfältig alphabetisch geordnet.

Das führt dazu, dass sich der Personal Assistant nun im Personalbereich tummelt. Hier gilt bilingual mitdenken. Wenn sich der Jobsuchende beim Lesen der Stellenausschreibung nun wundert, dass der gesuchte Personal Assistant gar keine Aufgaben im Bereich Personal zu erledigen hat, dann kann es damit zu tun haben, dass der Personal Assistant ganz einfach der englische Assistent vom Chef ist. Um der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern gerecht zu werden, sei hier erwähnt, dass der Personal Assistant (wie die Sekretärin) meist weiblich ist. Er ist der persönliche Assistent und hat nicht zwangsläufig etwas mit Personalarbeit am Hut und ist auch nicht für ein Team verantwortlich. Er assistiert seinem Chef. Der Chef kann zum Beispiel der General Counsel einer Rechtsabteilung sein und sich fragen, warum sich bei ihm Personalsachbearbeiter bewerben. Das könnte wiederum an den mangelnden Englischkenntnissen liegen. Personal heißt auf Englisch nun mal nicht Personal sondern Human Resources. Der Personal Assistant des Head of Human Resources ist in der Praxis der persönliche Assistent des Personalers.
Man kann die ganze Sache auch entspannt sehen, indem man einfach einen PA sucht – besser eine/r PA.

In der Hauptstadt Berlinale und in Hamburg AZUR Awards 2012

Zugegeben in Bezug auf Öffentlichkeit und Medienpräsenz sind die beiden Galaveranstaltungen (noch) nicht vergleichbar, trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten. Es geht um den Nachwuchs, um die Zukunft einer Branche, um Talentförderung.
Junge Generation, Internationalität, Vielfältigkeit, Formen der Zusammenarbeit, Interaktion, Workshops, Entdecken neuer Talente, Lernen von denen, die die Branche geprägt haben und die Anwesenheit der prominenten Stars. Die Themen und Schlagworte sind gleich, nur der Glamourfaktor ist bei der Juristengala weniger ausgeprägt.
Dabei ist der JUVE Verlag bewährter Initiator und Veranstalter von Preisverleihungen in festlicher Atmosphäre. Die jährliche Veranstaltung zu den JUVE Awards ist eine feste Größe in der Welt der Wirtschaftsanwälte und wird (trotz beruflich veranlasst) schon als Vergnügen eingestuft. Dieses Jahr gab es nun die erste Gala zu den AZUR Awards. Continue reading

Generation Y

Was man nicht kennt, nennt man nicht beim Namen. Man rechnet vorsichtshalber mit einer Unbekannten, oder auch mit zwei: X und Y.

Beim Lösen von linearen Gleichungssystemen kommen wir je nach mathematischem Verständnis auch früher oder später zum Ergebnis. Im wirklichen Leben kommen wir mit Addieren und Subtrahieren allerdings nicht weiter.

So schauen wir ziemlich ratlos auf die Generation Y.

Sie erscheint uns genauso unbekannt wie gerade noch die Generation X. Dabei liegen nur 20 Jahre dazwischen, wenn man davon ausgeht, dass X ca. 1970 geboren wurde und Y um 1990.

Jetzt sollte man annehmen, dass sich die Generation X noch gut daran erinnern kann, wie es sich anfühlt, wenn man als „Unbekannte“ ins Berufsleben eintritt. Schließlich musste sich die Generation X ja bei den Babyboomern oder den frühen 68-ern bewerben. Was sicher auch nicht einfach war.
Insofern müssten sie sich schmerzlich daran erinnern, wie man sich fühlt, wenn man auf jemanden trifft, der eine ganz andere Vorstellung vom Leben und eine völlig andere Erwartungshaltung an das Berufsleben hat als man selbst.

Wenn man sich das aktuelle Bewerbungsumfeld anschaut, könnte man allerdings meinen, sie haben es schlichtweg vergessen. Sie schauen von ihren Positionen auf die „Unbekannte“ vor ihrer Firmentür und rätseln wie sie denn sein mag, diese Generation Y und was sie denn so vom Leben und vor allem von der Arbeitswelt erwartet.

Aber Hilfe naht. Schließlich leben wir ja in einer Dienstleistungsgesellschaft, in der man auf Beratung in jeder Lebenslage hoffen kann. Seminaranbieter haben den Bedarf erkannt und berichten in angenehmer Atmosphäre mit Begrüßungsgetränk und Fingerfood von den Wünschen und Erwartungen der New Generation. Schnell wird ein Bild gezeichnet, wird verallgemeinert und gleich gesetzt. Aber die Gleichung geht nicht auf. Denn die Unbekannte ist eine Variable. Schema F hilft hier nicht.

Für alle, die den Wert der Variablen Y wirklich kennen lernen möchten: die Young Professionals können sprechen.

Vorhang auf für HR Manager & Legal Recruiter

 

LegalYoungProfession sponsort azur AWARDS 2012 

Am 09. Februar 2012 geht in der Bucerius Law School in Hamburg der rote Vorhang für Personaler auf. Das erste Mal werden im Rahmen einer feierlichen Gala Kanzleien und Unternehmen aus dem juristischen Bereich für Ihre Bemühungen um den Nachwuchs prämiert.

In den Kategorien:

  • Aus- und Fortbildung
  • Referendariat und Praktikum
  • Diversity

nominierte die azur-Redaktion des JUVE Verlags Personalstrategen für besonders innovative und zeitgemäße Konzepte zur Auswahl, Einbindung und Ausbildung der Young Professionals.

Dass die Nominierten überwiegend aus den Wirtschaftskanzleien kommen, ist nachvollziehbar. Schließlich leisten sie den Löwenanteil an anwaltlicher Ausbildung.
All die Unternehmen und Behörden, die in ihren Anzeigen und Recuitingkampagnen nach Berufseinsteigern mit 2-3 Jahren Berufserfahrung suchen, sollten sich an dieser Stelle bei den Wirtschaftssozietäten bedanken. Darüber hinaus sollten sie hoffen, dass das mit der langfristigen Mitarbeiterbindung in den nächsten Jahren noch nicht ganz so perfekt funktioniert.

Wie modern und zukunftsweisend die Ideen der Ausgezeichneten dann im Einzelnen sind, berichten wir nach der Preisverleihung am 9. Februar 2012. Vielleicht wird ja dann auch schon von den Young Professionals gepostet, gebloggt und getwittert.